Spirituelle Linie
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Spirituelle Linie

 

 

Buddha: Die spirituelle Linie der Übermittlung des Dharma, des lebendigen Pulsschlags der unergreiflichem Wirklichkeit, beginnt mit dem historischen Buddha Sakyamuni und führt über Bodhidharma und Daikan Eno zu Dogen Zenji und Keizan Zenji bis in unsere Zeit. Die Zazen-Praxis wurde nicht von Buddha 'erfunden'. Buddha selbst spricht davon, dass er einen alten Pfad wiederentdeckt hat, so wie einen zugewachsenen Weg im Urwald. Die Haltung von Zazen wurde von Indien nach China weitergegeben, von dort nach Japan und kam im letzten Jahrhundert von Japan nach Europa.

 

Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, wurde etwa 560 v. Chr. in Lumbini geboren. Er entstammte dem Adelsgeschlecht der Sakyer (daher die Bezeichnung Buddha Sakyamuni) und verbrachte eine unbeschwerte Jugend im materiellen Überfluss. Mit 29 Jahren verlässt er die Palastanlage seiner Familie und begegnet dabei zum ersten Mal einem Greis, einem Schwerkranken und einem Toten. Nun weiß er, dass Alter, Krankheit und Tod unausweichlich mit dem menschlichen Leben verbunden sind. Die ihm bislang selbstverständlichen Vergnügungen verlieren ihren Reiz und er beschließt, von jetzt an die Grundlage für nicht vergängliches, dauerhaftes Glück zu suchen. Nach Jahren der Askese erkennt er in tiefer Meditation das Wesen des Geistes und wird damit erleuchtet, also ein Buddha, ein "vollkommen Erwachter". Von nun an lehrt er 45 Jahre lang, gründet einen Mönchs- und einen Nonnenorden und gewinnt viele Laienanhänger. Er stirbt mit 80 Jahren, empfielt jedoch kurz vor seinem Tod den Anhängern seiner Lehre dieser nicht blind zu folgen, sondern alles anhand der eigenen Erfahrung zu überprüfen.

 

Dogen Zenji (1200-1253) und Keizan Zenji (1268-1325), die Begründer des japanischen Soto-Zen, waren zwei der bedeutendsten religiösen Persönlichkeiten ihrer Zeit. Die Essenz ihrer übermittelten Lehre und ihres Geistes besteht in der Ausübung von Shikantaza/Zazen.

 

 

 

 

 

 

Sawaki Kodo Roshi (1880-1965) war einer der wichtigsten Zen-Meister des 20. Jahrhunderts. Als ein großer Reformator führte er das Zen wieder zur ursprünglichen Frische und Einfachheit des "Zazen selbst" zurück.

 

Seine Eltern starben früh, und er wuchs – von einem Onkel adoptiert – in ärmlichsten Verhältnissen auf. Mit 16 lief er von zu Hause weg, um Mönch im Eiheijii, dem Haupttempel der Soto-Schule, zu werden. Zuerst wurde er lediglich als Laufbursche und Küchenhilfe eingesetzt, bis er endlich von einem Meister ordiniert wurde. Es folgten lange Jahre der Übung und Wanderschaft. Später begann er Vorträge zu halten und die Praxis des Zazen, die damals selbst innerhalb der Soto-Schule fast vergessen war, von Neuem sowohl für Laien als auch für Mönche zu lehren. Er wurde in den 30er Jahren zum Professor an der angesehenen buddhistischen Komazawa Universität berufen, übernahm nach dem Krieg aber gleichzeitig auch Verantwortung für den Antaiji, einen Tempel für die Zazen-Praxis, der damals noch im nördlichen Kyoto gelegen war. Seinen Spitznamen "der Landstreicher Kodo" verdient er sich durch seine pausenlosen Reisen durch ganz Japan, um an jedem Ort Zazen zu lehren. Sawaki Kodo Roshi starb am 21. Dezember 1965 im Kloster Antaiji.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deshimaru Taisen Roshi (1914-1982) war ca. 30 Jahre lang Schüler von Sawaki Roshi und kam 1967 nach Europa, wo er begann die Praxis des Zen, Zazen zu lehren. Viele Menschen wurden seine Schüler und Schülerinnen, und über 100 Dojos in Europa und weltweit wurden durch ihn gegründet.

 

In den 70er Jahren beginnt seine Mission an Weite zu gewinnen: Er erhält die Übergabe des Dharma von Meister Yamada Reirin, Superior des Tempels von Eiheiji und wird Kaikyoskan (Verantwortlicher des japanischen Soto-Zen für ein bestimmtes Land oder einen Kontinent) in Europa. 1970 gründet er die Association Zen Internationale (AZI) und 1979 den Tempel von La Gendronnière. 1982 stirbt er, nachdem er die Praxis des Zen nachhaltig in Europa verwurzelt hat.

 

Deshimaru Roshi wurde aufgrund seiner einzigartigen und beeindruckenden Persönlichkiet als der Bodhidharma der modernen Zeit bezeichnet.

 

 

Meister Reigen Wang-Genh (unten links) erhält die Ordination zum Mönch von Meister Taisen Deshimaru im März 1977 und folgt ihm bei sehr vielen Sesshin (Retreats) bis zum Tode von Meister Deshimaru im Jahr 1982. Während dieser neun Jahre praktiziert er im Zen-Dojo von Straßburg und ist aktiv an dessen Entwicklung beteiligt. 1986 wird er Verantwortlicher für das Zen-Dojo von Straßburg. Ab 1987 beginnt er mit Hilfe einiger deutscher Prakizierender Zen-Dojos in den größten Städten Baden-Württembergs zu gründen: Freiburg, Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim sowie in den wichtigsten Städten des Elsass: Mulhouse, Colmar, Sélestat, Benfeld... Das Zen-Dojo von Straßburg wird damit ein regionales Zentrum für die Organisation großer Retreats in den Vogesen.

 

Meister Reigen Wang-Genh beginnt 1992 Mönche und Nonnen zu ordinieren und gründet mit Hilfe der gesamten regionalen Sangha im April 1999 den Tempel Kosan Ryumon Ji in Weiterswiller in den Nordvogesen. Etwa fünfzehn Mönche und Nonnen entscheiden sich daraufhin, ihn in der Praxis des klösterlichen Lebens nach den traditionellen Regeln eines Soto-Zen-Klosters zu begleiten.

 

2001 erhält Meister Reigen Wang-Genh die Übertragung des Dharma von Meister Dosho Saikawa, dem Verantwortlichen des Soto Zen für Südamerika. Seit Juni 2007 übt Olivier Reigen Wang-Genh das Amt des Präsidenten der Buddhistischen Union Frankreichs aus und ist einer der Verantwortlichen der Association Zen Internationale.

 

Roland Yuno Rech (unten rechts), langjähriger Schüler von Zen-Meister Taisen Deshimaru-Röshi und einer seiner Dharma-Nachfolger, leitet die Internationale Zen-Vereinigung und unterrichtet seit zwanzig Jahren in vielen Ländern Europas Zen-Schüler in der Tradition der Meister der Überlieferung. Getreu der Unterweisung seines Lehrers schildert er uns ein besonders schlichtes und nüchternes Zen, das dem Erbe der alten Meister treu bleibt. Zen benötigt nichts anderes als sich hinzusetzen und zu sein. Diese intime Erfahrung mit dem Wesen der Existenz lässt uns inneren Frieden finden und eine Möglichkeit völlig unabhängig zu leben, ohne zugleich von der Wirklichkeit getrennt zu sein.

 

Seine erste Begegnung mit der Zen-Praxis hatte Roland Y. Rech in einem Tempel in Kyoto. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich wurde er von 1972 bis 1982 Schüler von Meister Taisen Deshimaru. 1984 erhielt er das Shiho (Bestätigung) von Meister Niwa Rempo Zenji, Abt des Tempels Eihei-ji, Japan. Heute leitet Roland Y. Rech den Tempel Gyobutsu-ji in Nizza, Frankreich, und leitet Sesshins in mehreren Ländern, vor allem in Frankreich, Belgien, Deutschland und Italien.

 

 

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